Guamote – Teufelsnase – Ingapirca – Cuenca

Nach dem Frühstück besuchen wir das lokale Bildungszentrum, welches von der Intisa Stiftung ins Leben gerufen wurde. Zum Zentrum gehört eine Nähstube, die von einer Frauengruppe betrieben wird. Ein Kindergarten für Kinder von 3 – 5 Jahren ist auch angegliedert. Die Kinder begrüssen uns freudig und singen uns etwas vor. Für Anne, die heute Geburtstag hat,, singen sie happy Birthday, vielmehr „compleano feliz“ und umarmen sie anschliessend. So schön, diese Kinder zu sehen, welche hier, teilweise ohne Kosten, unterrichtet werden.

Anschliessend fahren wir auf der Panamericana gen Süden. Wir fahren durch eine malerische Landschaft, ein Teil der besonders grün und fruchtbar ist, wird die ecuadorianische Schweiz genannt. Welche Ehre! Unsere Strasse führt entlang der ehemaligen Bahnstrecke durch idyllische Landschaften mit kleinen indianischen Dörfern, entlang der hoch gelegenen Felder der Indigenas und mit ständigem Blick auf die weissen Andenriesen, die im Hintergrund majestätisch thronen. In der Nähe des Bahnstädtchens Alausi besuchen wir einen schönen Aussichtspunkt, wo wir einen fantastischen Panoramablick auf die Zickzack-Schienen der Zugstrecke über die Teufelsnase haben. Hier erfahren wir alles über die Geschichte zum „Zug der Teufelsnase“, die vor mehr als 100 Jahren erbaute Eisenbahn. Ingenieure bezeichneten den Zug einst als „Eisenbahn-Meisterwerk“.

Am Nachmittag erreichen wir schliesslich Ingapirca, die bedeutendste präkolumbianische archäologische Fundstätte Ecuadors. Diese Kultstätte der Canari wurde später auch von den Inkas genutzt und ausgebaut.

Nach einem Rundgang, mit vielen tollen Erläuterungen unseres Reiseleiters Frieden (wie hätte sich Peter über die alten Steine gefreut und hätte sicher noch das eine oder andere beitragen können), fahren wir weiter zu unserem Ziel, der Kolonialstadt Cuenca. Das hübsche koloniale Hotel Victoria erreichen wir am frühen Abend.

Das Abendessen, mit Begleitung einer Jazz-Sängerin nehmen wir im schönen Ambiente ein. Die Geburtstagstorte für Anne ist dann die letzte Überraschung des heutigen Tages.

Guamote

Da ich seit dieser Nacht Durchfall habe, habe ich mich entschieden mit dem Taxi direkt nach Guamote zu fahren, anstatt mit der Gruppe den Chimborazo Nationalpark zu erkunden. Nochmals auf 5‘000 Meter rauf zu fahren um dort zu wandern, schien mir doch etwas zu anstrengend heute.

Im Gästehaus Intisiisa werde ich freundlich empfangen, und mir wird sogar eine Kanne Tee aufs Zimmer gebracht. Erst mal schlafe ich…

Die Gruppe kommt am Nachmittag an und ich gehe ein wenig mit auf den riesigen Markt, der hier am Donnerstag stattfindet. Bald kehre ich um, da es nicht so mein Ding ist immer nur aufzupassen, dass ich den Anschluss an die Gruppe nicht verliere, anstatt mich auf dem Markt umzusehen.

Nach dem Abendessen gehen wir zu fünft zu einer Schamanin hier in der Nähe. Die ganze Zeremonie dauert etwa eine Stunde. Wir beten zum Universum, wobei wir uns in alle vier Himmelsrichtungen drehen. Die Gebete, soweit ich sie verstehe, sind nicht anders als überall, soweit ich sie kenne. Es wird um Nahrung, Kleidung und Obdach, auch für die Armen gebetet und für den Frieden in den Familien und in Ecuador.

Ich sei schwach und müde und solle alles ins Feuer werfen was mich schmerzt. Nun eines kann ich sagen, ich habe schon gefühlte Jahre nicht mehr so gut und lange geschlafen wie.nach dieser „Reinigung“.

Ein besonderes Erlebnis.

Quitotoa Vulkan – Rio Bamba

Nach dem Bauernhof Frühstück, wir essen auch von unserem selbstgemachten Käse, brechen wir auf und fahren weiter ,zum Quitotoa Vulkan. Mit seinem Kratersee ist der Quitotoa eines der atemberaubendsten Ziele Ecuadors. Vom Kraterrand können wir die mächtigen umliegenden Gipfel der schneebedeckten Vulkane bewundern. Noch in der kühlen Morgensonne unternehmen wir eine Panoramawanderung entlang des Südrandes des Kraters.

Anschliessend besuchen wir das indigene Städtchen Pujili, bekannt für seinen typisch quirligen und bunten Indigenenmarkt.

Weiter geht die Fahrt in die Provinzhauptstadt Riobamba, leider unterbrochen durch eine kleine Panne am Bus. Unser Fahrer kann das Teil auswechseln, und nach einiger Zeit geht es weiter. Etwas verspätet kommen wir bei dem Gesellschaftshaus der hiesigen indigenen Frauen an. Sie zeigen uns ihr Geschick mit der Verarbeitung der Schafwolle und singen uns ein Lied. Jetzt sind wir aufgefordert ein Lied zu singen. Anita und ich stimmen „es Burebüebli mahn i nid“ an und alle müssen mitmachen beim „nach ufe, nach abe…“ der kleine Laden lädt zum shoppen ein, solche Projekte unterstütze ich gerne.

Posada de Tigua

Nach dem Frühstück in der Berghütte Tambopaxi erkunde ich ein wenig die Umgebung mit ihren klaren Bächen, welche ungehindert ihren Lauf nehmen. Das Gelände ist riesig und das Hochland in den Anden etwas sehr Spezielles. Die Sonne scheint, obwohl es nach wie vor empfindlich kühl ist.

Die anderen erleben heute einen Ausritt durch diese Gegend.

Die Fahrt im Bus führt uns weiter durch die Anden bis zur Posada de Tigua. Ein 1883 erbautes gemütliches Bauernhaus mit breiten Lehmwänden, mit vielen kleinen Zimmern, welche teilweise als Gästezimmer mit Bad eingerichtet wurden. Beim Melken der Kühe können wir mitmachen und anschliessend aus der Milch unseren eigenen Käse herstellen. Hier gibt es kein Plastik, alles wird von Hand gemacht. Sehr eindrücklich ist die Küche mit den alten Gerätschaften, welche immer noch in Gebrauch sind.

Das Abendessen in gemütlicher Runde geht zu Ende und, welche ungewöhnliche Wohltat, eine Wärmflasche hat unsere Betten bereits vorgewärmt. Wärme ist das was ich am meisten brauche.

Cotopaxi Nationalpark

Leider regnet es heute Morgen. Wir fahren im Bus weiter zum Cotopaxi, dem höchsten noch aktiven Vulkan der Erde. Diese schneebedeckte Bilderbuch Vulkan bildet einen wunderschönen Hintergrund in der grünen Landschaft. Wir fahren langsam durch eine immer karger werdende Umgebung bis auf eine Höhe von circa 4500 m.

Unterwegs können wir einen Andenwolf genau beobachten. Eigentlich sieht er aus wie ein grosser Fuchs.

Leider ist gestern am Cotpaxi ein Lawinenunglück geschehen. Zum Glück konnten alle 30 Personen gerettet werden und nur der Bergführer wurde verletzt und liegt im Spital. Es hat geregnet, vielmehr geschneit, bereits in der Nacht, deshalb wird die Wanderung zum Krater aus Sicherheitsgründen mit uns nicht durchgeführt.

Wir fahren zurück zu einer kleinen Lagune, welche wir wandernd umrunden. Viele schöne und interessante Pflanzen werden uns von der Reisereiterin des Nationalparks und von Frieden, unserem SUPER Reiseleiter, erklärt.

Anschliessend fahren wir mit unserem Bus zu unserem Tagesziel, der Berghütte Tambopaxi. In einer idyllischen Landschaft mit einem tollen Panorama und mit Blick auf den Cotopaxi können wir unseren Tag in einer gemütlichen Atmosphäre ausklingen lassen. Übernachtet wird hier in Mehrbettzimmern, wie in der Jugendherbergen.

Erlebnisreiche Fahrt nach Banos

Nach dem Frühstück verlassen wir die Hakuna Matata Lodge und fahren entlang tropischer Vegetation bis nach Puyo. Bevor wir den Regenwald verlassen, besuchen wir die Tierauffangstation Yanacocha, wo wir viele einheimische Tiere, wie verschiedene Affenarten, Ozelote, eine Riesenmarderart und Papageien hautnah erleben.


Mit unserem Besuch unterstützen wir die Stiftung, die seit 2006 den Erhalt von Flora und Fauna in der Provinz Pastaza fördert.

Unsere Weiterreise führt uns entlang des imposanten Pestaza Canyons, welcher für seine vielen Wasserfälle berühmt ist und von denen wir einige auf einem kurzen Spaziergang besichtigen. Der bekannteste ist der imposante „Palion de Diablo“ (Teufelspfanne), der sich 80 Meter in die Tiefe stürzt.

Nach diesem imposanten Schauspiel fahren wir zum „Brautschleier“, wo einige von uns, ich selbstverständlich mit dabei, in einer Gondel ganz nahe zum Wasserfall fahren.

Eine abenteuerliche Passfahrt führt uns zu einem Aussichtspunkt über Banos, von wo man eine herrliche Aussicht auf verschiedene Vulkane und die umliegenden Täler, Schluchten und natürlich Banos hat. Eine gläserne Aussichtsterrasse darf nur mit Schuhschonern betreten werden.

Banos ist eine hübsche Stadt, leider erreichen wir unser einfaches Hotel erst spät, so dass nach dem Abendessen keine Zeit mehr bleibt, die Stadt zu entdecken.

Hakuna Matata

Heute könnte man von der Lodge aus River Rafting machen, worauf ich leider verzichte, nach meinen einschlägigen Erfahrungen in Costa Rica, und damals war ich noch 20 Jahre jünger. Auch auf das optionale Reiten verzichte ich, obwohl auch das ein besonderes Erlebnis war, welches ich nicht missen möchte. Wie sagt V. Frankl: weine nicht über das was du nicht mehr kannst, lächle dass du es hattest.

ich gönne mir eine wunderbare Massage in der SPA, welche Wohltat, erst jetzt merke ich wie verspannt ich bin. Eine Wiederholung wäre toll, mal sehen wie es sich in den anderen Destinationen anlässt .

am Nachmittag ein Spaziergang mit de Gruppe durch den Dschungel und danach lesen am Swimmingpool in einer Hängematte.

Archidona

ich habe so gut geschlafen wie schon lange nicht mehr, der Dschungel tut mir gut. Ich könnte sogar länger schlafen, aber der Wecker geht bereits um vier Uhr los.. Noch vor Sonnenuntergang werden wir mit den Pickups abgeholt und fahren mit einem Kanu den Arajuno Fluss hinauf. Unterwegs steigen wir aus um den Urwaldhügel hinauf zu kraxeln. Von dort sehen wir an die Wand, welche eine Papageien Leckstelle ist. Wir haben Glück, wir sehen viele Amazonen, so heissen diese Papageien, welche hierher kommen um das Salz und die Mineralien zu lecken. Für Fotos mit dem Handy sind sie zu weit weg. Nun, das Erlebnis zählt.

Nach einer weiteren Fahrt mit dem Kanu werden wir bereits von den freundlichen Bewohnern einer kleinen indigenen Gemeinde erwartet, mit deren Hilfe wie eine typische ecuadorianischen „Chiche“, ein traditionelles Getränk aus Maniok, herstellen. Wir geniessen ein echtes Urwald Frühstück, welches die Bewohner von Santa Barbara für uns auf dem Holzfeuer zubereitet haben. In mehrere Lagen Blätter werden Fische, Maniok, Palmherzen, und Pilze gegrillt, was für eine tolle Variante zur Alufolie. Alles liegt als riesiges Buffet auf noch grösseren Blättern auf dem langen Tisch. Es gibt auch gebratene Kakaobohnen, aus der ursprünglichen Kakaofrucht und Engerlinge am Spiess, diese möchte ich aber nicht probieren.

es folgt eine Tanzaufführung:

Wer möchte, kann sein Geschick beim Schiessen mit dem Blasrohr unter Beweis stellen.

Noch vor dem Mittagessen machen wir reine kleine Wanderung durch den Dschungel.

Am Nachmittag fahren wir weiter zur Lagune Paikawe – eine idyllische Lagune mit zwei kleinen Inseln in der Mitte und lassen uns auf einer Kanufahrt durch die natürlich entstandenen Kanäle von den magischen Klängen des Dschungels bezaubern. Inzwischen regnet es in Strömen, aber auch diese grossen Tropfen „tönen“.

Fahrt über die Anden

Am heutigen Tag verlassen wir die Hauptstadt Ecuadors und fahren über die Ostkordilleren bis in das Amazonasbecken. Auf dem Weg machen wir Halt in einer der schönsten Thermalquellen Ecuadors. Hier können wir uns auf einer Höhe von circa 3‘300 Metern in verschiedenen, bis zu 40° warmen Becken, wunderbar erholen und die besondere Kulisse geniessen. Nach diesen wohltuenden Bädernfahrennwirnuuneinem kleinen, weitem bekannten Restaurant um die landesübliche Forelle zu geniessen,.

Weiter geht die Busfahrt. Wir überwinden einen Höhenunterschied von ca. 2‘700 Metern. Wir fahren vorbei an Nebelwäldern um in einem Dorf die Petroglyphen erklärt zu bekommen. Es ist äusserst erstaunlich, dass es solche Petroglyphen, Steine, mit immer abwechselnden Motiven, in ganz Lateinamerika gibt und diese jeweils in einer schnurgeraden Linie durch die Urwälder angelegt sind. Eine Erklärung, wie das die Urvölker überhaupt konnten und weshalb diese Steine so ausgelegt wurden,, fehlt bis heute.

In unserer Lodge Hakuna Matata angekommen, bin ich endlich wieder einmal mitten im Dschungel in einem einfachen Bungalow. Wie ich die Wärme und den unvergleichlichen Geruch .geniesse. Es ist bereits Abend. Das gemeinsame Abendessen ist üppig, aber ich muss ja nicht alles aufessen.

Die Informationen für Morgen sind umfangreich und lassen Gutes ahnen…

Gleichzeitig auf der Nord- und Südhalbkugel

Das Frühstück im Hotel Ikala Quito ist ausgezeichnet, zum Glück, denn nicht nur ich bin bereits um 02.00 Uhr wach; das geht nur mit Zeitverschiebung; um 3.50 ins Bett gehen und um 2.00 Uhr wieder aufwachen!

Die Nacht war ziemlich kalt, da es keine Heizung gibt, deshalb war es für mich recht ungemütlich. Immer wieder stand ich auf, um mir noch etwas Wärmeres zum anziehen zu holen.

Dafür scheint jetzt die Sonne und begleitet unsere Gruppe zum „Mitad del Mundo“, wo wir tolle Erläuterungen zum Äquator erhalten. Besonders erwähnenswert finde ich die Tatsache, dass die indigene Bevölkerung im Jahr 600 nicht weit von hier entfernt, eine kleine Steinmauer genau auf der Null-Linie errichtete. Woher hatten die bloss dieses Wissen? Die Franzosen hatten sich um 120 Meter verrechnet, als sie im 18. Jahrhundert den Äquator vermessen hatten. Deshalb steht das erste Denkmal auch am falschen Ort.

Das Intinan Museum ist sehr ansprechend gestaltet und zeigt Auszüge aus der Geschichte Ecuadors. Auch hier haben die Missionare viel ursprüngliche Lebensart verboten und mit vermeintlich „guten“ christlichen Werten viel Unheil gebracht. Insbesondere die eingeschleppten Krankheiten haben zu einer Epidemie ungeahnten Ausmasses geführt.

Bei der falschen Erdmitte besuchen wir das Gelände und trinken einen wunderbaren Cappuccino, bevor wir uns auf einen geführten Stadtrundgang durch den alten Stadtkern Quitos, einer der grössten und schönsten kolonialen Stadtteile Lateinamerikas begeben (UNESCO Weltkulturerbe). Wir besuchen die „Iglesia y Convento de San Francisco“ und die Kirche „La Compania de Jesus“, sowie die „Calle de la Ronda“, eine der ältesten Strassen der Stadt.

Leider regnet es inzwischen in Strömen und die Strassen der Stadt verwandeln sich in reissende Bäche. Alles ist klamm und kühl, da ist der Besuch des Cacao Museums mit dem Genuss einer heissen Schokolade sehr willkommen.

Bei einem Kochkurs in einem der besten Restaurants der Stadt werden wir mit der ecuadorianischen Küche vertraut gemacht. Die Früchte und Fruchtsäfte hier sind ein besonderer Leckerbissen und das vor uns zubereitete Maracuja Eis ist eine Wonne.